Tilde Leitner
„Ich schmeiß dich gleich mit deinem muffigen Bärenfell vom Opa aus meiner Reihenfelsenhöhle. Alle anderen Männer sind beim Jagen; nur du fauler Flintstonesturkopf ….!!!“
Heutzutage dienen Poposchmeichler-Bärenfelle meist nur noch als Fotodekorationen für „Wonneproppen“. Aber das Bärenfell an sich regt immer noch zu weitschweifenden Gedankengängen an. Vor Jahrtausenden war das, nach „Urbrunft“riechende Fell, eingedenk fehlender Zentralheizungen, sicherlich so eine Art rohgegerbten Jungbrunnens. Apropos Jungbrunnen: Zu Vorzeiten ( Fotomodell Ötzi lässt grüßen) sahen selbst an Jahren junge Menschen dennoch sehr alt aus der Wäsche. Wie war es wohl am Ende der Jungsteinzeit?
Ich dichte mal kurz nach: In der Steinzeit, so mit Dreißig, war wohl nur jeder Zehnte fleißig. In der Antike, wie gesagt, war man mit Fünfzig hochbetagt. Im tiefen Mittelalter dann, war uralt, wer an Siebzig dran. Um 1900 Neunzig alt, als wunderlicher Glücksfall galt. Schau, Heutzutag gibt´s kaum noch Trubel, wenn vielerorts Jahrhundertjubel. Doch wenn die Menschen stets verdrängen, dass über uns Gewitter hängen, ja, dann fängt irgendwann, für uns erneut die Steinzeit an.
Übrigens! Steinzeit war die meiste Zeit ja auch Eiszeit. Man weiß aus uralten Sagen, häufig aus Mesopotamien stammend, dass Menschen gerade in unwirtlichen Zeiten sich damals schon einen wundersamen Garten Eden erträumten. (Hollywood auf Tontäfelchen). Sie statteten den Wünschegarten mit Bärenfellen, dem Goldenen Vließ; mit leckeren, verführerisch duftenden Cox Orange Äpfeln (Okzident) und „Paradeisern“ (Orient ab Austria), also den „Paradiesapfeltomaten“ aus. (Die folgenreiche Naschsucht im Projekt Eden wäre vielleicht durch den Anbau von Stech- oder Galläpfeln vermieden worden).
By the way: Schon vor 3000 Jahren nannten die alten Perser (deren Teppiche waren die Luxusvariante der Bärenfelle) den Garten Eden „Paradaesa“. Die Griechen übernahmen den Begriff für die Abendländer als „Paradeison“.
Nachdem ich nun das Fell des Bären verteilt habe, zum Schluss noch ein dichterisches Kuscheln auf demselben: „Statt Bärenhaut als Leibgehäng, man trägt nun Jeans , „stone-washed “ und eng“.
Wünsche weiterhin viele Klicksmomente.