Lumpensuppe und Weisslacker

Lumpensuppe und Weisslacker

„Zerscht a Haurarei am Limes. Dann schpätr a Pax Romana-Duranand en da Ehebettr. Ond jatzt semmr alle Allgäuer.“

Zwei sagenumwobene „MAGATRÄTZERLA“. (Kolonialbairisch: Schmankerln)

Das uralte Rezept für die Lumpensuppe wird immer noch von Druidenmund zu Kräuterweible unter dem Flüsterbegriff:“ Landlustiges Aphrodisiakum“ weitergeraunt. Vielleicht hatten dereinst die Allgäuer, bekannt als die Höhenausgabe der Ursweben mit keltischem Sahnehäubchen, bei der Erstürmung des oberrhätischen Limes das Schnellgericht in einer Gulaschkanone zubereitet.

Überlieferungen aus der römischen Garnison Campodunum zufolge, wuschen und schropperten die Frauen des wohl damals schon arg nachgedunkelten Alemannenstammes (Allerlei Mannen-die damals von „Mare Suevicum (Ostsee) her mitschlurften) vor dem Sturm die Limesmauer ab, um die geplätteten Langlederhosen der Angreifer sauber zu halten. (Wohl der Beginn der großen, schwäbisch-alemannischen Kehrwoche). Von Römerseite hieß es, dass am schlimmsten der lurengrundierte Schlachtruf der Allgäuer gewesen sei: „UI WÄRAMAR SCHO DA GREND VERSCHLA“!

Aber nun mit Ruhepuls 1500 Jahre später.

Das Rezept:

In eine irdene Schüssel kommen: Zwiebelringe, Essig und Öl; ein Klecks Senf und eine Prise Pfeffer und Salz. Dazu Bergkässtreifen, etwas Nonnenfürzleskäs, zerbröselter Weisslacker und Schüblingscheiben. Weisser und roter Presssack gewürfelt und Radieschenscheibchen. Alles gut verrühren und bis zur Verdauungsbewährung ineinander saften lassen. Später die darminterne Abluftzirkulation beachten.

Der Weisslacker ist das Wunschkind aller Menschen im Allgäu. Offenbar liegt der Ursprung des Duftwunders (Manche „Naseweise“ sprechen von „Neandertalerlockstoffen“) in der Zeit der großen Swebenstürme gegen den Limes. Unlängst wurde bei tiefschürfenden Grabungen in Campodunum der Bericht eines gewissen „Marius Servilus“ entdeckt. Darin heißt es, alemannische Dienstmädchen der Garnison hätten das, von Stammesangehörigen nördlich des Limeswalles produzierte, unterirdisch fermentierte Milchprodukt brauner Urrinder zum Eigenverzehr in die Gemächer vornehmer Römerinnen geschmuggelt. Eine Zenturiogattin aus Ostia habe geklagt, dass das Atrium trotz Nardenaroma und thrakischem Rosenduft unbewohnbar geworden sei. Weiter heißt es beim Gewährsmann, der römische Genießerpapst und Feldherr „Lukullus“ habe bei der Visite Campodunums den Barbarenkäse gekostet und sich geschworen, nie mehr einen Fuß nördlich des Po zu setzen.

Und nun? „Se non e vero, e ben trovato“!

„Ist es auch nicht wahr, so ist es doch gut erfunden“, sagte einst der bewundernswerte wahre Querdenker „Giordano Bruno“.

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