Herumhistorisieren hilft Frauen nicht

Herumhistorisieren hilft Frauen nicht

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Euer Tintenfasstunker mit einer Leserbriefaktion. Mein Heimatblatt, die MZ hat einen Leserbrief von mir abgedruckt. Da ich Zeitzeuge bin, halte ich den Bericht über dunkle Stunden 1944 für sehr wichtig. Gerade für jetzige Zeiten, wo Denk- und Wertmaßstäbe entweder neu verhandelt werden oder einer erschütternden Geschichtsvergessenheit anheim fallen.

Zum Artikel Ein Name, zwei Gräber“ vom 21. Juli. Dabei ging es um Gerhard Schneider, der in einer Luftschlacht während des Zweiten Weltkrieges über dem Allgäu abstürzte.

„Ein Name, zwei Gräber“ über die Luftschlacht im Juli 1944 hat bei mir, damals im sechsten Lebensjahr, zwei Erinnerungsbilder wieder klar aufscheinen lassen. Zum einen geht es um die Luftkämpfe in westlicher Richtung und um die verstörenden Eindrücke in einem Ottobeurener Luftschutzbunker. Mit meiner Mutter und dem zwangsverpflichteten herzensguten serbischen Kriegsgefangenen Velimir musste ich mit unserem Zugochsengespann auf dem Weg zu unserer Wiese bei der Schelmenheide unter einem großen Baum neben der Friedhofskapelle Schutz suchen, denn die Luft war erfüllt vom Stakkato der Maschinengewehrsalven.

Ich erinnere mich, dass ein riesiger amerikanischer Bomber brennend Richtung Süden flog. Noch prägender waren für mich als Kind ( der Sirenenklang macht mir heute noch Gänsehaut) die langen dumpfen Nächte in einem zum Bunker umgewidmeten Käselager unweit des heutigen Kunerth- Museums. Ich weiß noch, wie mich meine Mutter um Mitternacht nach Hause trug, Der Himmel war Richtung München blutrot.

Hier sei daran erinnert, wie Frauen, gerade auch aus den notvollen kleinen Kleinbauernhöfen, mit unglaublicher Kraft für die Kinder und die karge Existenz kämpften. Bei vielen war der Mann bereits gefallen oder vermisst.

Wenn heute von einem „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte herumhistoriert wird, dann ist das ein Schlag ins Gesicht dieser Frauen.

In letzter Zeit wurde die herzerwärmende Tanzmelodie “ L´amour toujours“ von Gigi D `Agostino zum hiesigen Gegröle :“ Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ umgedeutet. Wie schrieb einst Shakespeare : Hohle Töpfe haben den lautesten Klang. Ich ergänze: Gegen die Hasswelle setze einen Text mit gleicher Tonfolge :“ Mein Land liebt Weltbürger, Rassisten die Scham!“

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