Zeichnung Tilde Leitner
„Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?“ Manche wollen schon seit Kindertagen, lammfromm um Erlaubnis fragen. Und Schiller meinte in seinem Wallenstein:“ Leicht beieinander wohnen die Gedanken. Doch hart im Raume stoßen sich die (Tat)Sachen.“
Ich habe neben den gedankenschweren Kopfkissen einen Notizblock liegen, um vor dem Schlummer jäh aufploppende Tagesabschlussgedanken festzuhalten. Unbotmäßiges, vorbeihuschendes Schmunzeln oder Vorbehandeltes wird entweder den Neuronen oder dem Althirnarchiv übergeben.
Und nun für Mitklicker einige Gedankengänge aus meinem Merkzettel.
Aus der Zeitung gefischt: Welche Lebewesen sind verantwortlich für die größte Biomasse der Erde? Die Termitenturmgräber in Washington (mit dem Obergräber im T-Tower) sind es nicht. Da zolle (Zoll?) ich keinen Respekt. Es sind die Ameisen mit deren staunenswertem Staatsgefüge. Weiter geht’s.
Internationale, rostfarbig melierte Fake-Newsdealer und Textadvokaten bedrängen freidenkende Humorakrobaten. Viel Skepsis ist auch angebracht bei „beweislastbefreiten“ Ohrenbläsern irdischer, außerirdischer und überirdischer Wahrsagerei. Viel nachzudenken gibt es bei mir in der Frage, wie versteinerte, machtpolitisch und weltanschaulich begründete, zum Teil noch aus dem Altertum herrührende Konfliktzonen abgebaut werden können. Vielleicht hilft multilaterales Denken. Der Blick von einem Hügel (egal ob Feldherrnhügel oder erdgebundener Maulwurfshaufen) sollte die, nur noch gemeinsam zu lösenden Probleme aller Breiten und -Längengrade klarer sehen. Klimatische Umwälzungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft, Wassernotstand, Saharaausdehnungen und tauender Permafrost sind nur einige Beispiele.
Ich denke auch an die friedliche Schleifung weltanschaulicher Mauern. Dazu mein Gedankenflug:
Was würde entstehen, wenn immer mehr Menschen die Gedankenwelten der Pantheisten, der Agnostiker und der Atheisten (wer kennt auf Anhieb die Unterschiede?) in ihre oft jahrtausendalten Vorstellungen miteinfließen lassen würden? Undenkbar? Der Schweizer Philosoph Friedrich Dürrenmatt postulierte immerhin:“ Einmal Gedachtes könne nicht mehr zurückgenommen werden.“
Weiter in Richtung Bettruhe. Naturwissenschaftler können wortgewaltig in der Frage streiten, wie viele Lichtjahre unsere Nachbarsweltinsel Andromeda von uns entfernt ist. (Zu weit für jeden Besuch eines Homo Sapiens). Immerhin, für die Aushebung der üblichen irdischen Schützengräben sind Weltraumteleskope denkbar ungeeignet.
Und jetzt ab in die Traumzeit. Urforscher könnten sich in die Haare kriegen, wenn die Frage auftaucht, ob der inzwischen in unserer DNA eingemeindete Homo Neandertalis in der Allgäuer Iller- und Günztalvariante vor 30000 Jahren die „Geologischen Orgeln“ von Bossarts für kultische Zwecke nutzte.
P.S.: Im nächsten Blogbeitrag bleibe ich tief am Boden bei der Jagd auf „Boletus Edulis“.