Butzenscheiben mit Weitblick

Butzenscheiben mit Weitblick

Die Folgen des Klimawandels für Generationen und die, oft nur schwer zu versorgenden und zu betreuenden vielen neuen Gesichter hierzulande. Stichwort : Asyl, Krieg, Vertreibung, Suche nach menschenwürdigem Leben, sind Hauptprobleme unserer Gegenwart. Und beide münden in einen Begriff:“ Homo sapiens“.

Menschen haben seit 200 Jahren ihre Welt umgepflügt und sich die Erde fälschlicherweise „untertan“ gemacht. Der Klimawandel ist zwar keine menschliche Erfindung, aber wir haben das Klima ohne ausreichende Anpassungschancen für Flora und Fauna dramatisch umgepolt und Entwicklungszeiten drastisch verkürzt.

Noch direkter ist der Humanbegriff „Homo Sapiens“ in die Migration eingebettet. Wanderungsbewegungen sind nicht Neues. Nicht vergessen sei, dass die späteren Allgäuer im eisigen Norden lange mit den schneeblinden Wölfen um die Wette bibberten, bevor sie in das „Alpgau“ einwanderten.

Zu diesem leicht erhitzbaren Thema einige Punkte meinerseits. Wie sagte mir ein offenbar sortenreiner Deutscher:“ Wenn immer mehr Deutsche Ausländer, von woher auch immer, heiraten, dann hat ja bald jeder hier einen anderen „Grend“ (Kopf) auf und wie soll man denn in der Not im Ausland einen deutschen Landsmann erkennen“? Vielleicht meint er damit mich, denn in meiner Kinder- und Enkelschar rollen viele Gene „around the world“. Vielleicht hilft dieser Hinweis: Nach 1648 waren weite Landstriche verödet. Dann kamen die Menschen aus der Schweiz, aus Norditalien und vom Balkan. Es kamen jüdische und hugenottische Zuwanderer. Und drei Generationen später hatten es die vielzitierten Biodeutschen in guter Mischung mit den einst Fremden geschafft, dass von Rom bis Paris und London von den Deutschen als dem Volk der „Dichter und Denker“ gesprochen wurde. Dankeschön an Kant, Leibnitz, Goethe, Lessing, Kepler, Schiller, Heine, Fontane und Hundert andere.

Und ein letztes Apercu dazu: Ab 1945 kamen Heimatvertriebene und Flüchtlinge (Wer kennt die genauen Unterschiede?) hierher. Wie warnten damals Kleingrundbesitzer:“ Leut, bringt abends eure Heugabeln heim; Flüchtlinge laufen rum“! 10 Jahre später hatte so mancher Heugabelbesitzer zum ersten mal einen vernünftigen Arbeitsplatz im gegründeten Betrieb eines Flüchtlings.

Wie so oft rundet mir Schiller das Thema ab: In Wilhelm Tell heißt es:

„Jeder treibt sich an dem andern rasch und fremd vorüber und fraget nicht nach seinem Schmerz“.

Viele Klicksgefühle! Euer Allgäublogger!

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