Die Zeit vergeht, sagst Du? Ach nein! Sie steht – vergehen tun wir allein. Austin Dobson
„Frost Neujahr“, macht hoffentlich viel Hirne klar. Aber wie heißt es so schön beim alljährlichen neugeschärften Betrachten von 8 Milliarden menschlicher Stecklinge auf dem Zugluft-Erdboden:
„Manche denken nur ans Kauen; andere hörbar ans Verdauen.“
Ja, liebe Mitklicker. Ich habe in mehr als 80 Jahren Lebensgeschichte viel erleben und verdauen müssen. Weltkrieg, Nachkriegselend, aber auch Demokratieanpflanzungen in behütetem Umfeld und unglaubliche, sich oft überschlagende Entwicklungen in Technologie und Medienpräsenz. Aber jetzt muss ich sagen, dass ich mir einen solchen erdweiten „Gärbottich“ nicht erwarten konnte. Befeuert nicht zuletzt durch vernunftarmen, perspektivlosen, oft wahlkampftaktisch begründeten Abbau demokratischer Grundfundamente.
Da ich jedoch weiterhin Kritischer Optimist bleiben will, werde ich auch 2026 meinen „Grauschleier-Antispray“ einsetzen. Ein erster Spraydruck geht gegen die seltsame Pferchneigung des Homo sapiens. Pferchbubble, Pseudowissen und Pauschaldenken hängen klebrig zusammen.
„Der Pferch Geschorene schafft, doch Meinung wächst aus eig’ner Kraft“.
Kein Pferchgefühl, aber ein Gemeinschaftsgefühl, von den USA um die Erde abstrahlend, erzeugte in den 60er Jahren eine Frau mit sensationeller Stimmfärbung. Joan Baez. Nun 85 Jahre alt, wirkt sie immer noch gedankenfrischer, als so manche junge Pferchtrumpisten. Ich habe vor vielen Jahren in Minnesota und Kalifornien die Aufbruchstimmung durch Joans Lieder eingesogen.
Eine andere prägende Person der offenen Gesellschaft ist 90 jährig gestorben. Erich von Däniken. Verschlossene Türen vor den Festungen der Astrophysik hinderten ihn nicht, oft halb eingestandenen Sehnsüchten vieler Menschen außer- und überirdische Anregungen zu geben. Von Däniken besuchte einst die Allgäuer Volkssternwarte unweit von Ottobeuren und drei junge Astronomen, zwei Hermänner und ein Heinz, standen später vor den berührenden Linien von Nazca in Peru. Wissend um die Gegensätze zwischen Astronomie und Dänikens“ Erinnerungen an die Zukunft“ fühlten die Forschungsreisenden dennoch den Zauber uralter Magie.
Apropos Kauen!
Ein Leibgericht, selbst erkocht oder in trautem Kreis bestellt, kann manchen Grauschleier auflösen. Eines meiner Lieblingsgerichte stammt aus Sri Lanka. Ich konnte in einem Ayurveda-Hotel in der Küche mitlernen.
Das Rezept für optimistische Weltbürger:
Grüne Chillischoten in Curry Sauce
Schoten einschneiden und entkernen. In eine Pfanne Pflanzenöl, Knoblauchscheibchen, Lauchstücke, Zwiebelringe und die Chillischoten hineingeben. Umrühren, bis die Schoten weich werden. Je nach Gusto etwas gelben oder roten Masalacurry und eine Prise Safran beigeben. Für 2 Portionen einen halben Teelöffel Senf -oder Dillsamen einrühren. Mit scharfem Chillipulver bestäuben. Dazu ein Schuss ungesüßte Kokosmilch. Das Chili-Currygericht weichdämpfen, leicht salzen und mit dem Wort Ayubowan (Gesundheit und langes Leben) servieren.
Ich wünsche allen Gesundheit und den Sieg der Humanität für 2026.