Die Natur versteht keinen Spass, sie ist immer wahr, immer ernst, immer streng, sie hat immer recht und die Fehler und Irrtümer sind immer die der Menschen. Goethe.
Alle Jahre wieder ergrünt das Allgäu wiesenfrisch und touristenfroh. Und alle Jahre wieder haben Bauern und deren gehörnte Milchproduzenten, angewiesen auf Gras, Heu und würzige Kräuter Probleme mit bestimmten Hinterlassenschaften. Selbst aus der bäuerlichen Welt stammend, habe ich unter dem Titel „Häufchenweise Ärgernisse“ das Problem eingereimt.
Ob Allgäu, ob Neandertal, ja so war’s Anno dazumal. Es mussten Mann und Hund sich plagen, um Höhlenbären zu erjagen. Oft wurde man dann selbst gescheucht, von allem, was so kreucht und fleucht. Nach wilder Jagd der Magen grollte, dieweil der Urweltdonner rollte. Erschöpft von beider Darmeswüten rannte man stracks wo Wiesen blühten. Noch mussten keine Kräuter munden; die Milchkuh war noch nicht erfunden. Viel später kam das Klopapier. Der Mensch nahm’s gern, doch nicht das Tier. Bello macht’s noch gern im Grase, notdurftet Darm und auch die Blase. Manch Neuzeitherrchen sieht noch zu, doch angewidert muht die Kuh. Zwar ist man als Naturfreund froh, zu kennen Bellos Plastikklo. Doch wenn’s dann eilt zum Abendessen, wird Bellos Notdurft gern vergessen. Viel Plastikmist am Wegesrand; Kulturlandschaft wird’s oft genannt. Eines steht für Alle fest. Wer Bellos Kacke liegen lässt, verliert auch den Naturfreundtest. Für Hundeeigner gibt’s die Wahl: Zwischen Anstand und Neandertal.
Apropos Naturglück? Ich dichtete weiter:
Ob Brunftgeröhr, ob Birkhahntanz. Man liebt Natur, doch auf Distanz. So auch bei Vögeln, die wir hören, doch uns nicht mit Gesang betören. So krächzt die Krähe fürchterlich, ihr deucht, sie flöte minniglich. Schmunzelnd hülfe in dem Fall: Kreuz sie doch mit der Nachtigall! Doch sei ganz fair uns stets bewusst; Natur ist mehr als Menschenlust.